Strafprozess gegen Künstler aus Saarbrücken

600 Euro Strafe nach Liegestützen auf Altar von katholischer Kirche

Eine Statue der Justitia mit der Waage der Gerechtigkeit. Symbolfoto. FOTO: dpa / David-Wolfgang Ebener

Saarbrücken. Was darf die Kunst im Verhältnis zur Religion? Darum geht es im Fall des Saarbrücker Künstlers Alexander Karle. Er stand nun wegen einer Kunstaktion bereits zum vierten Mal als Angeklagter vor Gericht.

Das Landgericht Saarbrücken hat den Künstler Alexander Karle wegen Hausfriedensbruchs und Störung der Religionsausübung zu einer Geldstrafe von 600 Euro verurteilt. Es war bereits der vierte Strafprozess gegen den 40-Jährigen, der seit 2016 mit seinem Videoprojekt „Pressure to Perform“ für Schlagzeilen sorgt.

Videofilm als Kritik an der Gesellschaft gedacht


In dem 91 Sekunden langen Film ist zu sehen, wie Karle den mit einer Kordel abgesperrten Altarraum der katholischen Basilika im Saarbrücker Stadtteil St. Johann betritt und auf dem Altar Liegestütze macht. Das Video wurde 2016 in zwei Saarbrücker Schaufenstern vorgeführt. Karle wollte mit der Videoinstallation nach eigener Aussage gegen den Leistungsdruck in der Gesellschaft demonstrieren und zeigen, dass den Menschen heutzutage nichts mehr heilig ist.

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