Neuer Wirbel um Bewertungen an Schulen

Umstrittener Leistungserlass

Neuer Wirbel um Bewertungen an Schulen

Der sogenannte Leistungsbewertungserlass soll nach den Sommerferien auch an weiterführenden Schulen gelten. Jetzt kündigte die große Koalition an, den umstrittenen Erlass zu überarbeiten. Foto: Gambarini/dpaFOTO: Gambarini/dpa

Saarbrücken. Verbände und Gewerkschaften sind bei dem umstrittenen Leistungserlass der großen Koalition unterschiedlicher Auffassung.

Die Ankündigung der großen Koalition, den umstrittenen Leistungsbewertungserlass, der unter anderem schriftliche Klassenarbeiten mit Referaten gleichstellt, überarbeiten zu wollen, hat bei Verbänden zu unterschiedlichen Reaktionen geführt.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) bezeichnete die Aussage im neuen Koalitionsvertrag, der die Bedeutung schriftlicher Arbeiten als Bestandteil der Zeugnisnote hervorhebt, als einen "Schritt zurück". "Im bisherigen Leistungsbewertungserlass, der ja bereits überarbeitet wurde, sehen wir einen guten Ansatz, den Lehrerinnen und Lehrern die Möglichkeiten zu eröffnen, mit verschiedenen Formen der Leistungsüberprüfung auf individuelle Stärken der Schülerinnen und Schüler eingehen zu können. Allerdings sollte darauf geachtet werden, dass die neuen Formen der Leistungsbewertung auch in der Schule praktikabel sind", sagt der stellvertretende GEW-Vorsitzende Andreas Sanchez Haselberger. Es sei ein Versuch, um Möglichkeiten zu eröffnen, dass Lehrer auch anders Noten geben können.

Der Saarländische Philologenverband (SPhV) begrüßt hingegen die geplante Stärkung der schriftlichen Leistungsnachweise. Ihr Anteil müsse erhöht werden, um die Vergleichbarkeit der Leistungen zu gewährleisten. "Bei einem Portfolio kann man sich nicht sicher sein, ob es vom Schüler selbst gemacht wurde", sagt der SPhV-Vorsitzende Marcus Hahn. "Wir warten daher dringend auf die neuerlichen Besprechungen zum Erlass, damit die notwendigen Korrekturen schon zum nächsten Schuljahr greifen." Der SPhV sowie der Saarländische Lehrerinnen- und Lehrerverband (SLLV) begrüßten die Formulierung im Koalitionsvertrag, wonach Dokumentationspflichten für Lehrer auf das Wesentliche beschränkt werden sollen. Den hohen Aufwand für die Dokumentation im Zuge des Leistungsbewertungserlasses hatten viele Bildungsakteure beklagt.

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