Hohe Ansteckungsgefahr für Hunde

Wildschwein-Virus breitet sich aus

Jäger und Hundebesitzer in Rheinland-Pfalz sollten auf der Hut sein: Die relativ seltene Wildschweinkrankheit endet für Hunde und Katzen immer tödlich. Auch im Saarland nimmt man das Problem ernst. FOTO: dpa / Patrick Pleul

Saarbrücken/Koblenz. Die Erkrankung ist selten – doch für Hunde und Katzen tödlich. In Rheinland-Pfalz ist sie bereits angekommen.

(dpa) Es braucht keinen aggressiven Kampf ums Überleben, damit die Begegnung mit einem Wildschwein für Hunde oder Katzen tödlich endet. Schon der Kontakt mit Speichel und Nasensekret oder das Fressen von rohem Wildschweinfleisch reichen aus, damit sich die Tiere mit einem Herpesvirus-Erreger infizieren, den sie nicht überleben werden. Nach ein bis drei Tagen sterben die Tiere an der so genannten Aujeszkyschen Krankheit. Allein im November und Dezember sind in Rheinland-Pfalz drei Jagdhunde dieser „Pseudowut“ zum Opfer gefallen. Jäger in Eifel, Westerwald und im Pfälzerwald, aber auch im benachbarten Saarland sind auf der Hut.

2015 und 2016 habe es in Rheinland-Pfalz jeweils nur einen Fall gegeben, nachdem zuvor sechs Jahre lang kein Befund verzeichnet worden sei. „Das Thema wird ernst genommen“, sagte Günther Klein vom Landesjagdverband Rheinland-Pfalz. Allerdings trügen nach Daten aus dem Jahr 2014 nur drei Prozent der Wildschweine im Bundesland den Erreger in sich, und dabei ruhe das Virus bei einigen Tieren. Das Risiko, dass ein Hund sich anstecke, sei statistisch gesehen sehr gering: Im vergangenen Winter gab es mehrere Tausend Drückjagden mit Hunden.

„Zuletzt wurde die Krankheit im Dezember 2017 bei einem Jagdterrier festgestellt, der an einer Jagd im zum Hunsrück gehörenden Teil des Kreises Bernkastel-Wittlich teilgenommen und dabei intensiven Kontakt zu einem Frischling hatte“, berichtet LUA-Sprecherin Kerstin Stiefel. Im Monat zuvor hatten sich zwei Hunde bei Jagden im Kreis Kusel infiziert – sie gehörten dem gleichen Hundeführer. „Das ist keine schöne Geschichte. Für die Hunde ist das sehr schmerzhaft, sie kratzen sich tot“, ergänzt Klein vom Jagdverband.

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