WM-Drama zum Abschied

Krampf stoppt Usain Bolt im letzten Rennen

Usain Bolt liegt als Schlussläufer der 4x100-Meter-Staffel mit einem Krampf auf der Bahn. Foto: Dirk WaemFOTO: Dirk Waem

London. Zumindest der Rollstuhl blieb Usain Bolt erspart. Doch zum Drama eines denkwürdigen Abends wurde sein letztes Rennen allemal: Krampf und Schmerzen statt Gold und Gloria.

Die Lichtgestalt der Leichtathletik, der schnellste Sprinter des Planeten, ging nicht strahlend und als Sieger, er humpelte mit schmerzverzerrtem Gesicht aus dem Londoner Olympiastadion. Seine drei Staffelkollegen mussten ihn stützen und trösten.

Ein Volunteer begleitet das am Boden zerstörte Jamaika-Team, er schiebt einen Rollstuhl, schaut fragend zu Bolt rüber: Aber nein! Der tragische Held schafft die allerletzten Meter seiner Karriere dann doch (fast) allein, in jener Arena, wo er fünf Jahre zuvor zum dreimal vergoldeten Olympia-Helden aufgestiegen war. Der sprintende Entertainer, der bei seinem Berliner 9,58-Sekunden-Weltrekord Tempo 45 draufhatte, dieser Modellathlet fährt im Rollstuhl in den sportlichen Ruhestand? Es wäre das Foto des Jahres gewesen.

Noch in der Nacht schickte Bolt eine emotionale Neun-Worte-Botschaft an seine treuen und traurigen Anhänger: „Danke euch, meine Leute. Unendliche Liebe für meine Fans“, schrieb der Jamaikaner auf Twitter und Facebook, wo ihm seit Jahren zig Millionen folgen.

„Das tut schon weh, so eine echte Legende, einen echten Champion so zu sehen: wie er da rausgeht und dann so strauchelt“, meinte Mitstreiter Yohan Blake, der wohl 2011 nur 100-Meter-Weltmeister wurde, weil Bolt seinen einzigen Fehlstart fabrizierte.

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