Fußballer Sebastian Jacob

Harte Arbeit für eine ungewisse Zukunft

Fußballprofi Sebastian Jacob trainiert an der Hermann-Neuberger-Sportschule in Saarbrücken für seine Rückkehr. Nach dem Abschied aus Kaiserslautern hat er noch keinen neuen Vertrag. FOTO: Oliver Dietze

Saarbrücken. Fußballprofi Sebastian Jacob hat nach einer Verletzung noch keinen neuen Verein. Der Ex-FCK-Stürmer bleibt kämpferisch.

Jeden Morgen sieht Sebastian Jacob dieses Trikot. Es hängt direkt am Eingang der Reha-Praxis, im Wartebereich. Signalrot. Oben steht 1. FC Kaiserslautern, unten Jacob. Es war mal seines. In der vergangenen Woche endete im deutschen Fußball die Transferzeit. Die meisten Fans atmeten auf. Viele ärgerten sich. Wer sich im Juli das gute alte Kicker-Sonderheft angeschafft hat, kann es jetzt in die Papiertonne kloppen. Alle Angaben ohne Gewähr.

In der Floskelsprache des Standardwerks gibt es eine Formulierung für jene Profis, die nicht gleich einen neuen Verein vorzuweisen haben: Ziel unbekannt. Das gilt so auch für Sebastian Jacob. Sein Vertrag in Kaiserslautern lief am 30. Juni aus. In der Wechselfrist hielt der Stürmer nirgendwo ein neues Leibchen in die Kamera. Er konnte nicht. Sein Berater musste alle Interessenten vertrösten. Jacob hat die vielen Transfers dieses Sommers nicht allzu aufmerksam verfolgt. „Es bringt mir nichts, großartig zu schauen, wer wohin geht“, sagt der 24-Jährige. Er schaut nur auf sich. Nach einer Knie-Operation im Mai müht sich Jacob in der Reha.

Das Pensum dieses Tages hat der Profi hinter sich, als er sich setzt. Ein Café am St. Johanner Markt. Das letzte Interview fand im Fritz-Walter-Stadion statt, freundlich beaufsichtigt von einem Pressesprecher. Diesmal sitzt niemand mit am Tisch. Jacob trägt ein weißes T-Shirt. Kein Wappen. Kein Sponsor. Bis auf weiteres ist der Sportler sein eigener Herr. Das, was angeblich jeder in seiner Berufsgruppe ist: eine Ich-AG. Wenn er über seine Situation spricht, klingt Jacob erstaunlich souverän: „Ich gebe mir Zeit, weil ich meinen Körper nach dem Kreuzbandriss gut genug kenne.“ Was für ihn Alltag ist, sollte für einen Profi keine Normalität sein. Doch: Jacob hat schon einmal viel Zeit in der Reha verbracht. Ein Kreuzbandriss stoppte vor zwei Jahren seinen ungewöhnlichen Aufstieg.

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