Studie

Das Treibhausgas CO2 macht auch Seen saurer

Der Möhnesee im Landkreis Soest: Wissenschaftler untersuchten den See und stellten fest, dass CO2 auch Süßwasser saurer macht. Foto: Stefan RampfelFOTO: Stefan Rampfel

Bochum. Das Treibhausgas Kohlendioxid (CO2) macht nicht nur Ozeane saurer, sondern auch Seen. Biologen der Ruhr-Universität in Bochum haben anhand von Langzeitdaten nachgewiesen, dass sich der CO2-Gehalt in vier Talsperren in Nordrhein-Westfalen innerhalb von 35 Jahren verdreifacht hat.

Die Gewässer wurden durch den CO2-Anstieg saurer: Der pH-Wert ging um durchschnittlich rund 0,3 zurück. Er sank jedoch noch nicht unter den Wert von reinem Wasser, das als neutral gilt. Untersucht hatten die Forscher die Talsperren Möhne, Henne, Lister und Sorpe.

Sie nehmen einen solchen Effekt auch bei vielen anderen Süßgewässern weltweit an, bei einzelnen wurde er bereits nachgewiesen. Je nach Kalkgehalt werde er vermutlich verschieden groß ausfallen, schreiben die Forscher um Linda Weiss am Lehrstuhl Evolutionsökologie und Biodiversität der Tiere in der Fachzeitschrift „Current Biology“.

Als Folgen des CO2-Anstiegs in den Talsperren befürchten die Forscher nachlassende Verteidigungskräfte von Wasserflöhen (Daphnien) gegen Fressfeinde. Im Labor konnten sich die als Überlebenskünstler geltenden Krebstierchen bei sehr hohen CO2-Konzentrationen nicht mehr ausreichend gegen Räuber verteidigen. Diese Konzentrationen könnten bei unvermindert steigendem CO2-Ausstoß eintreten.

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