Internationale Studie

Klimawandel verändert Zeitpunkt des Hochwassers bei Flüssen

Straßenschilder ragen aus dem Hochwasser der Seine in Paris. Foto: Ian Langsdon/ArchivFOTO: Ian Langsdon

Wien. Der Klimawandel beeinflusst in vielen Regionen Europas das Eintreffen der Wasserhöchststände von Flüssen. Zu diesem Schluss kommen die Autoren einer internationalen Studie unter der Leitung von Günter Blöschl von der Technischen Universität Wien.

Allerdings zeigten sich die Auswirkungen des Klimawandels im Zeitraum von 50 Jahren sehr unterschiedlich: Während in einigen Regionen der Scheitelpunkt des Hochwassers 2010 durchschnittlich etwa 65 Tage früher lag als noch 1960, verschob er sich anderswo um 45 Tage nach hinten.

Für die im Fachjournal „Science“ veröffentlichte Studie standen nicht die Häufigkeit oder das Ausmaß einzelner Hochwasser- oder Überschwemmungsereignisse im Fokus, sondern deren Zeitpunkt. Dabei nutzten die Forscher eine riesige Datenmenge: Werte von 4262 Wassermessstationen in 38 europäischen Ländern aus den Jahren 1960 bis 2010 flossen in die Analyse ein. Die Wissenschaftler bestimmten bei jeder Messstation für jedes Kalenderjahr den Zeitpunkt des höchsten Pegelstands oder des größten Wasserdurchflusses.

Als klimaabhängige Ursachen für den Zeitpunkt des Hochwassers untersuchten die Forscher die Schneeschmelze in den Bergen, die Niederschlagsverteilung und das Maximum der Bodenfeuchtigkeit. Die Flächennutzung in der Umgebung oder eine intensivere Landwirtschaft, spielten für den Zeitpunkt eines Hochwassers eine geringere Rolle.

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