AGB sind vielen zu lang und zu kompliziert

Kuriose Klauseln im Kleingedruckten

Nur wenige Nutzer lesen die Allgemeinen Geschäftsbedingungen von Online-Händlern, obwohl diese wichtige Regelungen enthalten.  FOTO: dpa-tmn / Andrea Warnecke

Hamburg/London . Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen von Online-Diensten sind so lang und kompliziert, dass sie kaum jemand liest. Um das zu ändern, verstecken manche Firmen skurrile Regelungen in den Vertragsbestimmungen.

Bei jedem Online-Einkauf müssen Nutzer die Allgemeinen Geschäftsbedingungenbestätigen: kurz AGB. Dabei handelt es sich um vorformulierte Klauseln, denen Kunden vor dem Kauf zustimmen müssen. Darin sind beispielsweise die Regelungen zu Widerruf und Retouren, der Umgang mit den Kundendaten, die verfügbaren Zahlungsmethoden, Bestimmungen zum Jugendschutz und vieles mehr festgeschrieben. Jedoch gehen nur die Wenigsten diese Regelungen durch, bevor sie etwa schnell einen neuen Föhn bestellen oder ein Konto bei einem Streaming-Anbieter eröffnen. Bei einer Umfrage des Deutschen Instituts für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI) zum Umgang mit AGB gab nur ein Viertel der Befragten an, sich die Zeit zu nehmen, die Geschäftsbedingungen von Online-Diensten genau zu lesen. Fast die Hälfte der Befragten antwortete, AGB und Erklärungen zum Datenschutz höchstens grob zu überfliegen. Die restlichen 25 Prozent stimmen den Vertragsbestimmungen sogar ungesehen zu. Auf diese Lesefaulheit der Nutzer spekulieren mehrere Unternehmen, die sich für ihre AGB ganz besondere Inhalte ausdenken.

Zu den Beispielen gehören Online-Händler, die ihre AGB mit kuriosen Versatzstücken frisierten. So stimmten Käufer, die sich mit den Geschäftsbedingungen des Online-Lebensmittelhändlers „das Salzprojekt“ einverstanden erklärten, auch folgendem Passus zu: „Die Verwendung von Fleur de Sel im Nudelwasser wird als Beleidigung aller Meeresgötter gewertet“. Außerdem sollten sich Kunden auch darüber bewusst sein, dass Rechtsstreitigkeiten mit dem Unternehmen nicht vor Gericht, sondern – fast wie im Wilden Westen – per Duell mit „Wasserpistole“ oder „Seifenblasenpustefix“ geregelt würden.

Auch Großunternehmen sparen nicht mit skurrilen Paragraphen. So sichert sich der Versandhändler Amazon für den Untergang der menschlichen Zivilisation ab, sollte dieser durch eine Zombieapokalypse ausgelöst werden. In den AGB von Lumberyard, Amazons kostenlosem Programmierbaukasten für Online-Spiele, warnt der Konzern davor, die Software für wichtige Infrastruktur, Atomkraftwerke oder selbstfahrende Autos zu verwenden. Einzige Ausnahme: „Ausbruch einer Viren-Infektion, die über Bisse oder Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen wird und zur Wiederbelebung von Leichen führt, die versuchen, menschliches Fleisch, Blut, Gehirn oder Nervenzellen zu konsumieren, und die den Untergang der organisierten Zivilisation wahrscheinlich macht.“

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