Nach dem zweiten Absturz in kurzer Zeit

Boeings neuer Flieger löst Urängste aus

Das Boeing-Logo auf einem Bildschirm in der New Yorker Börse. Der Aktienkurs des Unternehmens ist nach dem Unglück in Äthiopien von über 420 Dollar auf knapp 375 Dollar gefallen. FOTO: dpa / Richard Drew

Hannover/Chicago. Die Flugverbote für Boeings Bestseller 737 Max kratzen am Image des US-Konzerns. Er kämpft nicht nur gegen wachsendes Misstrauen an.

Nach dem Flugstopp für seinen bisherigen Hoffnungsträger droht dem US-Hersteller Boeing ein finanzieller Albtraum. Zusätzlich zum enormen Imageschaden drohen Schadenersatzforderungen betroffener Airlines und der Verlust von Neuaufträgen, meint der Luftfahrtanalyst Wolfgang Donie von der Landesbank Nord-LB in Hannover. „Insgesamt betrachtet, ist das ein einziges Desaster“, sagt Donie und warnt auch vor kurzfristigen Engpässen beim Lufttransport. „Der Markt ist schwierig, es fehlt an Ersatzflugzeugen. Das könnte schon zu Engpässen führen.“

Allerdings glaubt er nicht, dass auch ein mehrmonatiges Flugverbot für die Boeing 737 Max 8 den US-Konzern existenziell gefährden könnte. „Boeing kann es verkraften, aber es dürfte sehr weh tun, je länger die Flugverbote andauern.“ Denn dadurch können jetzt diverse neue Maschinen nicht mehr ausgeliefert werden. Die wohl vorerst letzte wurde diese Woche noch an den Tui-Konzern aus Hannover übergeben.

Mehr als 350 Boeing-Max-Flugzeuge wurden seit der Markteinführung 2017 in diversen Ausführungen an Fluggesellschaften in aller Welt ausgeliefert. Weitere 4600 Maschinen des Typs sind bestellt. Der Tui-Konzern kündigte noch etwas unpräzise an, die Ausfallkosten nach Beilegung des Flugverbots gemeinsam mit Boeing „bewerten“ zu wollen. Die Airline Norwegian erwägt dagegen bereits Schadenersatzforderungen wegen Nutzungsausfall.

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