HTW rät zu mehr Vernetzung im Saarland

Saarbrücken. Unternehmen im Saarland sollten sich bei der Entwicklung von Innovationen stärker vernetzen. Das sagte HTW-Professor Jürgen Griebsch gestern beim Know-how-Tag der Saarbrücker Hochschule für Technik und Wirtschaft in der Saar-IHK. Um künftig erfolgreich zu sein, sollten Unternehmen versuchen, neben dem reinen Produkt auch noch einen datengetriebenen Mehrwert zu erbringen. Prominentestes Beispiel sei die Firma Apple, die mit dem iPod begonnen habe, digitale Zusatzdienste als Geschäftsmodell zu etablieren.

Gerade das Saarland habe für solche Innovations-Kooperationen beste Voraussetzungen, sagte Griebsch gestern. Neben zahlreichen traditionellen Produktionsfirmen gebe es eine ausgeprägte IT-Landschaft. Diese gelte es, stärker zu Kooperationen zu animieren, um digitalen Zusatznutzen zu entwickeln.

Dass das Saarland mehr Innovationen gut brauchen könnte, zeigte auch der Vortrag des IHK-Hauptgeschäftsführers Heino Klingen. Denn während sich Deutschland konjunkturell aktuell in bester Form befindet, gibt es im Saarland Null-Wachstum. Tatsächlich sei unsere Wirtschaft in den vergangenen elf Jahren gerade einmal 5,6 Prozent gewachsen, sagte Klingen. Als Grund nennt er die starke Exportabhängigkeit des Landes. "Weil die Weltwirtschaft aktuell kaum wächst, geht es auch im Saarland kaum voran", sagte er. Ein weiterer negativer Faktor seien fehlende öffentliche Investitionen: "In den vergangenen zehn Jahren hat sich ein Investitionsstau von 1,2 Milliarden Euro gebildet", sagte er. Zwar sei zu begrüßen, wenn ab 2020 wieder stärker investiert würde, aber dieser Rückstand sei lange nicht abzubauen.

Klingen forderte, in den Zukunftsentwicklungen wie E-Mobilität und Autonomen Fahren Chancen für die Saar-Industrie zu sehen. Diese könne gemeinsam mit der Saar-IT hier neue Felder entwickeln.

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