Sommerhitze

Sprudel wird im Saarland langsam knapp

Trinken, trinken, trinken. Momentan kann es gar nicht genug sein. Mineralwasser ist der gängigste Durstlöscher während der Hitzewelle. FOTO: dpa / Wolfgang Kumm

Saarbrücken. Wegen der langen Hitzewelle ist die Nachfrage nach Mineralwasser, Säften und Bier stark gestiegen. Es drohen Engpässe – auch beim Leergut.

Jetzt kommen auch die Waren-Disponenten in Supermärkten und anderen Verkaufsstellen ins Schwitzen. Weil die Menschen deutlich mehr trinken als sonst, drohen in den kommenden Tagen erste Engpässe, besonders beim Sprudel. Andreas Teibner, Geschäftsführer des Real-Marktes in Saarbrücken-Dudweiler, berichtet von der ersten Ankündigung eines Mineralwasserherstellers, dass es in der kommenden Woche zu Lieferschwierigkeiten kommen könnte. „Sprudel ist unser Haupt-Umsatztreiber.“ Der Markt verkaufe 40 Prozent mehr Getränke als sonst üblich.

Bernd Leistenschneider, Senior-Chef der Getränke Leistenschneider GmbH in Schmelz-Hüttertsdorf, bemerkt erste Engpässe bei einigen Discountern, die Billig-Mineralwasser verkaufen. Markensprudel sei dort weiter in den üblichen Mengen vorhanden. Probleme erwartet Leistenschneider in der kommenden Woche, da sich viele Verbraucher momentan zu viel Zeit ließen mit der Rückgabe von Leergut. Flaschen würden in den Abfüllanlagen dringend gebraucht.

Das bestätigt Heike Görres, Pressesprecherin von Gerolsteiner. „Mehrwegflaschen machen bei Gerolsteiner 70 Prozent des Absatzes an Mineralwasser und mineralwasserbasierten Getränken aus.“ Mineralwasser sei deutlich stärker gefragt als üblich. Dank des erhöhten Einsatzes der Mitarbeiter in Produktion und Logistik bleibe man aber weiter lieferfähig. Allmählich an das Limit der Produktion stößt die Hochwald Sprudel Schupp GmbH in Schwollen mit ihren Marken Hochwald und Bergquelle. Geschäftsführer Sven-Olaf Jensen verdeutlicht die Dimension: „Derzeit fahren bei uns 155 Lkw täglich vom Hof, normalerweise sind es 100.“ Einige der Produktionsanlagen liefen sieben Tage die Woche. „Sie stoßen aber selbst dann irgendwann an ihr Limit. Ab jetzt wird es grenzwertig.“

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