Studie

Harter Brexit gefährdet 100 000 deutsche Jobs

Im Volkswagen-Werk Wolfsburg sind der Studie zufolge rund 500 Arbeitsplätze bei einem ungeregelten Brexit gefährdet. FOTO: dpa / Julian Stratenschulte

Berlin. Ein ungeregelter Brexit träfe besonders Beschäftigte der deutschen Autoindustrie hart. Das geht aus Berechnungen von Wissenschaftlern hervor.

In Deutschland sind einer Studie zufolge die Arbeitsplätze von mehr als 100 000 Menschen durch einen Brexit ohne Abkommen bedroht. Das ergab eine Untersuchung des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) und der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. „In keinem anderen Staat ist der Effekt auf die Gesamtbeschäftigung so groß wie in Deutschland“, sagte einer der Studienautoren, Oliver Holtemöller.

Nach einem ungeregelten ­Brexit würden wieder Zölle auf Importe nach Großbritannien erhoben. Die Simulation der Wissenschaftler erfasse nur Jobeffekte, die auf den daraus folgenden Exporteinbruch zurückzuführen seien. Weitere Brexit-Gefahren für den Arbeitsmarkt, etwa sinkende Investitionsbereitschaft, bildeten die Zahlen nicht ab.

In Deutschland sei demnach von einem Exportrückgang vor allem die Autoindustrie betroffen. Die größten Auswirkungen gäbe es – gemessen an der Gesamtzahl der Beschäftigten – am VW-Standort Wolfsburg und am BMW-Standort Dingolfing-Landau in Niederbayern. Für Wolfsburg habe die Formel ergeben, dass 500 Arbeitnehmer potenziell betroffen seien, für Dingolfing-Landau sind es 265. In beiden Fällen entspräche das rund 0,4 Prozent der gesamten Beschäftigten.

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