Vorwürfe der Anklage bestätigt

Totschlagsprozess: Zeuge sah Opfer in der Saar untergehen

Die Plädoyers und auch das Urteil stehen daher voraussichtlich erst am kommenden Montag (12. November) an.FOTO: dpa / Volker Hartmann

Saarbrücken. Das Landgericht Saarbrücken hat im Totschlagsprozess gegen einen 18-Jährigen erneut zahlreiche Zeugen gehört. Sie hatten die Schlägerei beobachtet und gesehen, wie das Opfer in der Saar unterging. Der Angeklagte schweigt.

Im Totschlagsprozess gegen einen 18-Jährigen, der einen 16-Jährigen bewusstlos geschlagen und in die Saar geworfen haben soll, haben am Donnerstag mehrere Zeugen die Vorwürfe der Anklage bestätigt. Eine 28-Jährige, die mit ihrer Freundin zur Tatzeit zufällig in der Nähe gewesen war, gab an, das Opfer sei nach einer Schlägerei von dem Täter in Saarbrücken Richtung Fluss geschleppt und dann von ihm „mutwillig hineingeschmissen“ worden. „Das war kein Versehen, das war volle Absicht, mit vollem Bewusstsein“, berichtete die junge Frau.

Andere Zeugen berichteten davon, dass der 18-Jährige anschließend panisch reagiert habe. Auch soll er gesagt haben: „Ich wusste doch nicht, dass er nicht schwimmen konnte.“

Laut Anklage war das spätere Opfer, ein 16-Jähriger mit pakistanischer Herkunft, zusammen mit einem Freund auf eine Gruppe rund um den Angeklagten getroffen. Dort habe es eine Schlägerei um Drogen gegeben, weil der Freund das gewünschte Haschisch nicht bezahlen konnte. Der Angeklagte soll den 16-Jährigen, der den Streit schlichten wollte, bewusstlos geschlagen, über den Boden geschleift und ins Wasser geworfen haben. Das Opfer sei sofort untergegangen und habe erst eine halbe Stunde später geborgen werden können. Er starb einige Stunden später an einer Sauerstoffmangelversorgung des Gehirns. Ein 30-jähriger Augenzeuge hatte vergeblich versucht, den Jungen im Wasser zu finden und zu retten. Dieser sei ohne jede Bewegung untergegangen - „als ob er schlief oder tot war“.

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