Kommentar

Kein Automatismus

Ulrich Brenner FOTO: SZ / Robby Lorenz

Plagiatsvorwürfe gegen promovierte Amtsträger waren zeitweise wie Tumore, die einen sicheren politischen Tod ankündigten. Ein unguter Automatismus, der zum Glück bei Verteidigungsministern Ursula von der Leyen nicht mehr griff und auch bei Familienministerin Franziska Giffey nicht wirken sollte.

Sie ist nicht für die Hochschulpolitik zuständig, wie dies bei Annette Schavan der Fall war. Ihr politischer Aufstieg beruht auch nicht auf Titeln, gutem Namen und Anerkennung als Transatlantiker wie bei Karl-Theodor zu Guttenberg – in dessen erschummelter Dissertation auch die US-Verfassung Thema war. Giffey bekam den Job als Familienminsterin, weil die SPD ihr wegen ihrer Arbeit als Bezirksbürgermeisterin in Neukölln diesen zutraute. Ein paar Schlampigkeiten am Ende des Studiums könnten Giffey Titel und ein bisschen Reputation kosten. Aber wohl nicht ihr Amt. Und das wäre gut so.

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