Ein junges Mädchen in Hühnerfeld setzt sich für die Umwelt ein

Lilien (11) nimmt den Kampf gegen Plastik auf

Auf unserem Bild (von links): Timo, Lilien, Julia und Marc Baumbach mit Hund Candy. FOTO: Thomas Seeber

Hühnerfeld. In den Meeren, an die Strände gespült: Wir müllen uns mit unseren Verpackungen zu. Nun hat sich eine Sulzbacherin zum Ziel gesetzt, etwas dagegen zu tun.

Wie mag sich das anfühlen – in einer Menschenmenge von fremden Händen über den Köpfen weitergereicht zu werden? Diese sehr spezielle Disziplin, Crowdsurfing genannt, wird eigentlich nur von Rock- und Popstars praktiziert. Zu denen Lilien Baumbach definitiv nicht zählt – schon deshalb, weil sie erst elf Jahre jung ist. Trotzdem kam die Sulzbacher Schülerin vor drei Wochen in diesen Genuss. Eine „witzige“ Angelegenheit, erinnert sich Lilien zu Beginn des Gesprächs daheim im Wohnzimmer neben ihren Eltern und Bruder Timo sitzend, Cockerspaniel Candy in Reichweite. Nein, Angst sei nicht im Spiel gewesen, im Gegenteil. „Es hat super Spaß gemacht.“

Anlass war das Konzert ihres Lieblingssängers Christian „Ole“ Olejnik gewesen: ein Gig vor 250 Leuten in Meerbusch zu seinem 40. Geburtstag – nach neun Jahren Bühnenabstinenz. „Ziemlich cool“ sei dieser Auftritt gewesen, sagt das Mädchen mit den langen braunen Haaren und den wachen Augen. „Es war immer mein Traum, mit Ole und seiner Band auf der Bühne zu stehen.“ Mit ihm hatte Lilien zuvor die Rock-Ballade „Das Lied vom Wal“ im Tonstudio aufgenommen. Das Ganze ist Teil der Aktion „Wal Hoffnung“ (siehe Info: „Persönliches Zertifikat für jeden Teilnehmer“). Zu der wurde Florian Puschke, Herausgeber eines Rockmusik-Magazins, von seinem Kind inspiriert. „Sie leben direkt am Meer und werden täglich mit den Müllmengen im Wasser und am Strand konfrontiert“, sagt Marc Baumbach, Vater von Lilien, der mit Puschke befreundet ist.

So kam eins zum anderen, auch der Kontakt zu Ole. „Wir haben ihm eine Sprachnachricht geschickt“, erzählt Baumbach. Darauf sang Lilien ein Lied von Ole nach, „In der Stadt“, – seine erste Single: „Ich habe mich erst nicht getraut, aber dann hab’ ich’s doch durchgezogen“, verrät Lilien. Manchmal müsse man sich selbst zu seinem Glück zwingen, „sonst wird das Leben nix“.

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