Eine Kuhle im Doppelbett als Sachmangel?

Ein Single-Mann allein im Doppelbett wird zum Fall für die Justiz

Zwei Leute im Doppelbett. So gehört sich das aus Sicht der Justiz. Symbolbild.FOTO: dpa / J“rg Lange

Koblenz. Ein Doppelbett ist für zwei Leute ausgelegt. Wer es alleine nutzt und in der Mitte schläft, der ist selber schuld, wenn es eine Kuhle gibt. Die Kuhle ist deshalb kein Sachmangel des Bettes. Das hat die Justiz klargestellt.

Eine wichtige Nachricht für alle Alleinschläfer in Doppelbetten kommt vom Landgericht Koblenz. Es hat klargestellt, dass es nicht zum bestimmungsgemäßen Gebrauch eines Doppelbettes gehört, wenn jemand auf Dauer allein in der Mitte schläft. Ein Doppelbett sei vielmehr auf eine Belastung durch zwei Personen auf beiden Seiten ausgelegt. Wer dies nicht beachte, der könne sein Doppelbett nicht wegen einer Kuhle mitten im Bett zurückgeben. So etwas sei kein Mangel des Bettes sondern die Folge von dessen fehlerhafter Nutzung (Az.: 6 S 92/18).

Zivilprozess geht durch zwei Instanzen


Im konkreten Fall stritt sich der Käufer eines Boxspringbettes durch zwei Instanzen mit dem Verkäufer. Nach kurzem Probeliegen hatte er bei dem Möbelhaus ein Boxspringbett in der Größe 1,60 Meter auf 2,00 Meter zum Preis von 2.000 Euro gekauft. Das Bett bestand gemäß Kaufvertrag aus einem gefederten Untergestell als Basis, zwei aufgelegten Matratzen in den Größen 0,8 Meter auf 2,00 Meter in einem durchgehenden Bezug und einem zusätzlich aufgelegten, durchgehenden so genannten Toppers. Nach nicht ganz zweijähriger Nutzung hatte sich eine Kuhle in der Mitte des Bettes gebildet, der Schlafkomfort war beeinträchtigt.

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